Wird geladen …
Wird geladen …
Newsletter
Ausgewählte Angebote aus unserer Vermittlung und fundierte Immobilien-Tipps. Jederzeit abbestellbar.

Sie überlegen, ob das Haus zu groß geworden ist. Vielleicht seit dem Auszug der Kinder, vielleicht weil die Treppe beschwerlicher wird, vielleicht einfach weil der Garten mehr Arbeit macht als Freude bereitet. Sie sind nicht in der Notaufnahme, kein Pflegegutachter klopft an die Tür. Sie planen. Das ist der Unterschied, der alles verändert.
Wer mit Zeit plant, kann Alternativen abwägen, den richtigen Moment wählen und vor allem: eine Entscheidung treffen, die zum eigenen Leben passt – nicht eine, die der Druck gerade zulässt. Dieser Artikel hilft Ihnen, die Frage sauber zu stellen: Was bringt das Haus? Was kostet etwas Passendes? Und ist Verkaufen überhaupt die richtige Antwort?
Stuttgart ist einer der teuersten Immobilienmärkte Deutschlands – und das gilt für Häuser wie für Wohnungen. Wie viel Ihr Haus konkret einbringt, hängt von Lage, Baujahr, Zustand und Grundstücksgröße ab. Die Preisspanne ist erheblich: Ein freistehendes Einfamilienhaus in Degerloch, Sillenbuch oder am Killesberg bewegt sich in einem anderen Bereich als ein Reihenmittelhaus in Feuerbach oder Zuffenhausen.
Nach den Kaufpreissammlungen des Gutachterausschusses Stuttgart lagen die Kaufpreise für freistehende Einfamilienhäuser im Stadtgebiet in nachgefragten Lagen zuletzt regelmäßig oberhalb von 800.000 Euro, in weniger gesuchten Lagen und bei Renovierungsbedarf auch deutlich darunter. Der jährlich erscheinende Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses ist kostenlos zugänglich und nennt Ihnen die Zahlen, die auch ein Notar oder ein Gericht als Ausgangspunkt nimmt – nicht die Zahlen aus einer Anzeige. Stand: November 2026.
Wichtig für Ihre Rechnung: Steuerlich relevant wird der Erlös, wenn zwischen Kauf und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen (§ 23 EStG). Wer das selbst genutzte Haus vor mehr als zehn Jahren gebaut oder gekauft hat – das sind die meisten in dieser Situation –, zahlt auf den Veräußerungsgewinn keine Einkommensteuer. Stand: November 2026. Lassen Sie die steuerliche Situation im Einzelfall durch einen Steuerberater prüfen.
Hier liegt die eigentliche Antwort: nicht im Preis des Hauses allein, sondern in der Differenz zwischen dem, was das Haus bringt, und dem, was eine passende Wohnung kostet.
Stuttgart hat wenig barrierefreien Bestand, und was es gibt, ist gefragt. Barrierefreie Neubauwohnungen mit 65 bis 80 Quadratmetern Wohnfläche, Aufzug, ebenerdiger Dusche und Tiefgaragenstellplatz kosten im Stuttgarter Stadtgebiet nach den Kaufpreissammlungen des Gutachterausschusses je nach Lage und Ausstattungsstandard typischerweise zwischen 420.000 und 680.000 Euro. Im Speckgürtel – Kornwestheim, Ludwigsburg, Esslingen, Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen – liegen die Preise je nach Lage spürbar darunter, ohne dass die Erreichbarkeit leidet. Stand: November 2026.
Die Differenz zwischen Hauserlös und Wohnungspreis ist das, worüber Sie entscheiden. In vielen Fällen bleibt nach dem Tausch ein erheblicher Betrag übrig, der angelegt, verschenkt oder vererbt werden kann. In einzelnen Fällen – vor allem wenn das Haus renovierungsbedürftig ist und die Wohnung in sehr guter Lage liegt – kann die Rechnung auch knapper ausfallen. Deshalb brauchen Sie beide Zahlen, bevor Sie entscheiden. Zahlen aus dem Internet und Zahlen aus einem konkreten Marktgespräch sind zwei verschiedene Dinge.
Verkaufen passt, wenn Sie das Kapital brauchen oder wollen: für eine Wohnung ohne Belastung, für eine spätere Pflegevorsorge, für die Kinder oder einfach für Freiheit. Es passt auch, wenn das Haus Arbeit macht, die Sie nicht mehr wollen, oder wenn es renovierungsbedürftig ist und die Erben später den Aufwand haben würden.
Verkaufen passt weniger, wenn das Haus Ihr Zuhause ist und Sie eigentlich bleiben wollen, aber glauben, das sei nicht möglich. In diesem Fall lohnt ein Blick auf die Alternativen – und die sind konkreter, als viele ahnen.
Nießbrauch, Wohnrecht, Leibrente und Teilverkauf werden oft in einem Atemzug genannt, funktionieren aber grundlegend anders. Es lohnt sich, sie zu verstehen, bevor Sie sich festlegen.
Beim Nießbrauch übertragen Sie das Eigentum am Haus, behalten aber das Recht, es zu nutzen oder zu vermieten – für Ihr Leben lang. Der neue Eigentümer trägt das wirtschaftliche Risiko, darf aber auch nichts entscheiden, was Ihre Nutzung beeinträchtigt. Der Nießbrauch wird im Grundbuch eingetragen und ist damit dauerhaft abgesichert (§§ 1030 ff. BGB).
Steuerlich interessant: Der Wert des Nießbrauchs mindert den Schenkungssteuerwert. Wenn Sie das Haus an ein Kind übertragen und sich den Nießbrauch vorbehalten, wird nur der Restwert besteuert. Bei einem langen statistischen Leben kann der Nießbrauchswert erheblich sein und die erbschaftsteuerlichen Freibeträge schonen. Stand: November 2026. Steuerliche Einzelheiten sind Beratungssache.
Das Wohnrecht (§§ 1090 ff. BGB) ähnelt dem Nießbrauch, ist aber enger: Sie dürfen das Haus bewohnen, dürfen es aber nicht vermieten, wenn Sie ausziehen. Es ist günstiger zu bewerten als der Nießbrauch, was den Schenkungssteuervorteil reduziert. Es passt, wenn ausschließlich das eigene Wohnen auf Dauer gesichert werden soll.
Bei der Leibrente verkaufen Sie das Haus, erhalten aber statt eines Einmalpreises eine monatliche Rente – meist bis zum Tod, manchmal mit einer vereinbarten Mindestlaufzeit. Das Wohnrecht auf Lebenszeit kann zusätzlich vereinbart werden. Die Rente ist steuerpflichtig (Ertragsanteil nach § 22 EStG), der konkrete Betrag hängt von Hauswert, Alter und Zinsniveau ab.
Der Markt für Leibrenten ist kleiner als der für klassische Verkäufe. Institutionelle Anbieter operieren bundesweit; lokale Einzelkäufer sind selten. Lassen Sie die Konditionen durch einen unabhängigen Sachverständigen prüfen, bevor Sie unterschreiben.
Der Teilverkauf hat sich in den letzten Jahren aggressiv verbreitet. Das Modell: Sie verkaufen einen Anteil am Haus (oft 10 bis 50 Prozent), erhalten dafür eine Einmalzahlung und zahlen ein monatliches Nutzungsentgelt an den neuen Miteigentümer. Das klingt wie ein Kredit, ist aber keiner – und das hat Konsequenzen, die im Marketing selten betont werden.
Der Teilverkauf kann in Einzelfällen passen, wenn Sie nur einen Teil des Kapitals brauchen und das Haus auf keinen Fall verkaufen wollen. Aber lassen Sie die Vertragsbedingungen vollständig prüfen, bevor Sie sich festlegen – und vergleichen Sie, was ein klassisches Darlehen auf das schuldenfreie Haus kosten würde.
„Barrierefrei" ist ein Begriff, der im Alltag unscharf verwendet wird. Die DIN 18040-2 definiert genau, was darunter zu verstehen ist. Für den Alltag relevant sind vor allem:
Im Stuttgarter Markt ist der barrierefreie Bestand unter Neubauten wesentlich größer als im Altbau. Viele Häuser der 1960er bis 1990er Jahre lassen sich nachträglich kaum wirklich barrierefrei umrüsten – der Aufwand übersteigt oft den Nutzen. Eine Neubauwohnung, die nach DIN 18040-2 errichtet wurde, bietet die verlässlichste Grundlage.
Achten Sie bei der Besichtigung auf Details, die in der Anzeige nicht stehen: Lichtschalter, die von einem Rollstuhl erreichbar sind; eine Küche, die umgebaut werden kann; einen Ausblick aus dem Sitzbereich, nicht nur stehend. Diese Punkte klingen klein – und sind es nicht, wenn sie fehlen.
Früher, als die meisten anfangen. Nicht weil es drängt, sondern weil die besten Wohnungen nicht warten. Wenn Sie eine konkrete Vorstellung haben, was Sie suchen, können Sie als aktiver Käufer auftreten – und nicht als jemand, der unter Zeitdruck nimmt, was noch verfügbar ist.
Ein realistischer Zeitplan:
Der häufigste Fehler in der Praxis: erst das Haus verkaufen, dann schauen, was an Wohnangeboten passt. Das setzt Sie unter Druck und zwingt Sie zu einer Übergangslösung, die selten das ist, was Sie sich vorgestellt haben.
Einige Themen tauchen immer wieder auf – nicht als Einzelfälle, sondern als typische Muster:
Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Haus in Stuttgart oder im Umland heute realistisch einbringt – und was eine passende barrierefreie Wohnung in Ihrer Wunschlage kosten würde –, ist das persönliche Gespräch der sinnvollste Einstieg. Zahlen aus dem Internet sind ein erster Eindruck; die beiden Zahlen, auf deren Differenz Sie eine Entscheidung bauen, kommen aus einem konkreten Marktgespräch.
Nutzen Sie das Formular auf dieser Seite. Kein Druck, kein Verkaufsgespräch – nur die Einschätzung, die Sie für Ihre Entscheidung brauchen.
Über den Autor
Redaktion · Immozeit
Das Redaktionsteam von Immozeit. Wir schreiben über den Immobilienmarkt in der Region Stuttgart, Ludwigsburg und Kornwestheim — aus der täglichen Praxis unseres inhabergeführten Maklerbüros.
Mehr über Immozeit